Das iPad als Zwischenspeicher für Fotografen?

genug Platz für Photos

Das große iPad mit 64GB ist durchaus als Zwischenspeicher für den Fotografen unterwegs geeignet. Auf meinem iPad bleiben nach Abzug der installierten Apps und Daten rund 40 GB „Freiraum“ für Fotos. Für ein langes und fotoreiches Wochenende kann es zwar knapp werden, aber praktisch ist das allemal.

Nun hat Apple sein iPad und auch das iPad2 leider nicht mit einer direkten USB Schnittstelle ausgestattet. Aber immerhin gibt es ein Camera Connection Kit, welches auch eine USB Schnittstelle zur Verfügung stellt. Auch Drittanbieter bieten solche Geräte an. Oft günstiger und mit mehr Funktionen als das Original. Viele Blogeinträge auf diversen Seiten im Internet berichten von einer erfolgreichen Nutzung dieses Connectors auch zusammen mit einer CompactFlash Karte.

Camera Connection Kit mit SD Slot und USB

Die Suche nach dem passenden Equipment ist dann doch schwieriger als zunächst vermutet. Einen iPad Adapter für SD Karten findet man leicht, für CompactFlash ist bisher nur ein Gerät aus HongKong bekannt. Leider ist es bisher bei mir noch nicht angekommen. Nun bieten sich zwei Alternativen:

    • Kamera direkt an das iPad(2) anschließen

 

  • USB CardReader an das Camera Connection Kit anschließen

 

 

 

 

 

Der Test

 

Ausgangsszenario

Ausgangsvoraussetzung für den Test ist folgende Konfiguration:

    • iPad der ersten Generation mit 64 GB und 3G
    • NIKON D700 Kamera
    • CompactFlash Card (4 GB, 300x Speed)
    • Camera Connction Kit (Dritthersteller) mit USB und SD Slot
    • PocketPro CF reader/writer
    • Als Alternative: USB Kartenleser „Multi Card Reader“

 

Variante 1: Direkter Anschluss der Kamera

Das Camera Connection Kit stellt neben dem SD Slot einen USB Port zur Verfügung. Hierüber wird die Kamera über den (Mini)USB Anschluss angeschlossen. Sofort nach dem Anschalten der Kamera wechselt das iPad in die Fotoappliaktion und überträgt die Thumbnails der Fotos auf der Kamera. Ein anschließendes Übertragen der Fotos klappt ebenso anstandslos, wie auch die korrekte Ausführung des Löschvorgangs der Kamerabilder nach Nachfrage.

Resultat: POSITIV

 

 

Variante 2: Anschluss des PocketPro CF reader/writer am Camera Connection Kit

Vielfach im Internet als machbar beschrieben, muss ich hier leider das Gegenteil berichten. Der Anschluss des Readers über das Kit klappt noch und das iPad verhält sich ruhig. Nach dem Einstecken der CompactFlash Card zeigt sich an der LED des Lesers sogar Aktivität. Aber nach einiger Zeit erscheint die Meldung, dass dieses Equipment nicht mit dem iPad kompatibel ist.

Dass die Ursache nicht eine Inkompatibilität sondern der zu hohe Stromverbrauch der schnellen CompactFlash Card ist, zeigt sich beim Test mit einer sehr alten 128 MB CompactFlash Card. Diese wird anstandslos vom Reader erkannt und das Foto auf das iPad überspielt. Nur, solche alten und langsamen Karten sind für moderne Spiegelreflexkameras leider nicht mehr geeignet.

Hinweis: Bis zur iOS Version 4.1.x wurde dieser noch für Endgeräte bis 100 mA Leistung zur Verfügung gestellt. Aber der Version 4.2 wurde dies von Apple auf 20 mA begrenzt. Offiziell begründete man dies u.a. mit einer besseren Akkulaufzeit der iPad.
 

Resultat: NEGATIV

Variante 3: Anschluss eines 7-in-1 Readers am Camera Connection Kit

In Abwandlung zur Variante 2 kommt hier ein „Multi Card Reader“ mit USB Anschluss zum Einsatz. Hier zeigt sich schon unmittelbar nach dem Anschließen des Readers über das Camera Connection Kit das Problem. Das iPad quittiert sofort mit der Meldung: „Das angeschlossene Gerät verbraucht zu viel Strom“ und deaktiviert den Port. Hier hat die 20 mA Grenze zugeschlagen.

Resultat: NEGATIV

Variante 3a: Anschluss eines 7-in-1 Readers an einem extern mit Strom versorgten USB Hub am Camera Connection Kit

Not macht bekanntlich erfinderisch und der Meldung des iPads folgend, wurde in diesem Testaufbau die USB Schnittstelle über einen aktiven USB Hub angeschlossen. Die Annahme war, dass hier keine große Leistungsaufnahme aus dem iPad stattfindet. Leider meldet das iPad nach dem Anschluss des CardReaders an den HUB wieder „Das angeschlossene Gerät verbraucht zu viel Strom“. Trotz externer Speisung kein Erfolg.

Resultat: NEGATIV

Variante 4: Komplettgerät MIC gadget

Alle Hoffnung für ein autarkes Auslesegerät, welches keine direkte Kameraanbindung benötigt liegt nun beim MAC gadget System. Sobald dies hier eingetroffen ist, wird der Blogeintrag ergänzt.

Nachtrag vom 27.08.2011

Nach wirklich sehr ausgiebigen Tests kann ich den MIC gadget iPad CF Reader absolut empfehlen. Er hat bisher in allen Situationen problemlos funktioniert und zeigt als einzige Lösung keine Abstürze oder Abbrüche – auch bei größerer Menge an Fotos. Auf dem nächsten Fotoevent muss er noch seine Härteprobe bestehen, ich werde dann hier wieder berichten.

Resultat: POSITIV

Resüme

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass sich Apple mit dem Update von iOS und der damit einhergehenden Reduzierung der Leistungsaufnahme am USB, keinen wirklichen Gefallen getan hat. Auch viele andere Endgeräte können nun nicht mehr mit dem USB Connector angebunden werden. Derzeit braucht man die Kamera selbst zum Überspielen von CF Karten. SD Karten haben im Camera Connection Kit problemlos funktioniert.

Nachtrag vom 2.8.2011

Leider hat sich im Praxistest nun herausgestellt, dass es bei größten Mengen an Fotos (> 40) sowohl bei der USB an Kamera als auch bei der SD Karten im Adapter Methode zu Abbrüchen kommt und das iPad erst wieder neu gestartet werden muss. Das Überspielen von 400 Fotos hat so knapp 10 Neustarts und eine Menge Zeit in Anspruch gekommen. Da beide Methoden betroffen sind, scheint es am Adapter selbst zu liegen. Sobald die MIC Adapter vorliegt, werde ich wieder berichten.

 

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2 Comments

    • Hallo Robert,

      Zunächst hatte ich den Adapter mit einem iPad der zweiten Generation genutzt. Hier kam es, insbesondere bei großen Datenmengen, auch mal zu Abbrüchen bei der Übertragung auf das iPad. Durch simples Wiederholen konnte man abe auch dann gutgemacht arbeiten. Mit meinem neuen iPad der dritten Generation läuft es sehr viel schneller und ohne jegliche Probleme.

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