iRobot Roomba 581 (mit Aero Vac Bin) – Erfahrungsbericht Teil 2 mit vielen Antworten

Fortsetzung der kleinen Fragestunde

Nachdem auf den letzten Post überaus viele Fragen und Meinungen per Blog und eMail bei mir angekommen sind, möchte ich diese gerne in einem zweiten Blogpost zusammenfassend beantworten.

Neue Hoffnung

Erstaunlicher Weise habe ich ganz viele Rückmeldungen bekommen, die aus meinem Bericht „neue Hoffnung“ schöpfen wollen. Ist es denn wirklich so schlimm um die Reinlichkeit in deutschen Haushalten bestellt? Oder hat hier die Staubsaugerindustrie am Markt und seinem reellen  Bedarf vorbei produziert?

Ich weiß es nicht, möchte aber an dieser Stelle noch einmal klar die Vor- und Nachteile eines Robotersaugers gegenüber einem konventionellen Sauger erläutern. Ein konventioneller Sauger hat in der Regel wesentlich mehr Saugleistung als ein kleiner, batteriebetriebener Robotersauger. Zwar verfügt nicht jeder Staubsauger über eine rotierende und gegenläufig angeordnete Bürstenkombination, aber effektiver bei einem Durchlauf wird immer der „große“ sein. Die wirkliche Stärke eines Robotersaugers liegt in seiner unbedingten und kompromisslosen Arbeitswilligkeit. Es ist eine Maschine und die hat „immer Lust“ – sofern sie nicht defekt ist und sofern ihr Herr und Gebieter den Timer richtig programmiert hat. Es ist also die Kontinuität in der Durchführung, die eine geringere Saugleistung und ein scheinbar (!) planloses Umherfahren auf Dauer wettmachen. Vergleicht man das Ergebnis zwischen dem einmaligen Saugen mit einem Robotersauger und dem einmaligen Saugen mit einem normalen Staubsauger, wird immer das konventionelle Gerät vorne liegen.

Warum also ein Robotersauger?

Anfangs hätte ich noch den Fun-Faktor ganz nach vorne gestellt. Nach nun über fünf Monaten ist aber die Zeitersparnis und das angenehme Gefühl, täglich in eine saubere Wohnung zu kommen, an erster Stelle zu nennen. Wenn das ein bis zwei Mal pro Woche fällige Ausleeren des Auffangbehälters schon als „Arbeit“ wahrgenommen wird, ist es Jammern auf sehr hohem Niveau.
Da fällt auch nicht mehr das Problem ins Gewicht, dass er eben nicht überall hinkommt und man doch alle ein bis zwei Wochen den guten alten Dysen bemühen muss. Spitz zulaufende Ecken sind für einen runden Sauger eben ein Problem, ebenso wie sehr hochflorige Teppiche. Leider kann der Sauger auch nicht selbständig die Blumenkübel hochheben und den Esszimmertisch beiseite schieben. Oder sollte ich vorsichtshalber an dieser Stelle noch „Gott sei Dank“ sagen?

Nun zu euren Fragen:

„Lässt Du Deinen Roomba nur in eurer Abwesenheit laufen oder auch, wenn ihr zuhause seid?“

Die ersten Tage war ich viel zu neugierig, um ihn alleine laufen (eigentlich fährt er ja und läuft nicht) zu lassen. Nach der kurzen Eingewöhnungsphase hat er aber seine täglichen festen Termine, zu denen wir oft nicht zu Hause sind. Ich gehe davon aus, dass diese Frage aber auch auf den Erträglichkeitslevel beim Saugen abzielt: Im Vergleich zu einem konventionellen Staubsauger oder auch einem beutellosen Sauger, ist der Roomba deutlich leiser. Das Arbeitsprinzip des Roomba baut in erster Linie auf die beiden gegenläufigen Bürsten und den Rotor auf der rechten vorderen Seite auf. All diese Elemente „sammeln“ den Schmutz ein. Durch den Aero Vac Bin Zusatz ist zusätzlich die Saugleistung erhöht und mindert so die Verschmutzung der Bürsten mit Haaren. In dieser Kombination also eine sehr effektive Lösung.

„Im Wohnzimmer haben wir einen Niederflor- bis Mittelflor-Teppich, hälst Du es für realistisch, dass der Roomba auch diese Herausforderung packt?“

Wir haben im Haus nur wenige Teppiche und meine Erfahrungen sind daher begrenzt. Sehr niederflorige Teppichböden stellen gar kein Problem dar. Auch die Reinigungsleistung ist auf Grund der Bürsten durchaus beachtlich. Immerhin steht der kleine Roomba hier in Sachen reiner Saugleistung erheblich hinter den großen Saugmonstern nach. Auch hier ist es wieder die Beharrlichkeit, mit der er die Flächen immer und immer wieder bearbeitet.
Wird der Teppich höher, lässt auch die Leistung nach. Solbad der Flor so hoch wird, dass sich die Fasern in den Bürsten verfangen, macht es keinen Sinn mehr. Auch wenn der Roomba über ein ausgeklügeltes „Wiederbefreiungssystem“ bei „Verstopfung“ verfügt, ist hier irgendwann Schluss. Auch bei sehr dunklem Boden muss man schlicht testen, da er diesen eventuell im Bereich der Absturzsenoren als Kante mit Abgrund interpretieren könnte und stoppt. Wie gut die Absturzsensoren sind, sieht man in diesem Video:

httpv://www.youtube.com/watch?v=bpxskFXJTfE

Hier gilt ganz klar: Der große Online Buchhändler mit Rückgaberecht ist Dein Freund.

„Wie war das erste Kennenlernen zwischen Roomba und euren Katzen? Sina befürchtet, dass unsere Fellmonster von dem Kaufgedanken nicht begeistert sind und eine Art Roombaphobie entwickeln.“

Hier kann ich nur sagen, schau Dir die Videos aus meinem Blog an. Es gibt Felltiger, die sich auf dem Rücken des Roombas durch die Wohnung fahren lassen. Unsere gehören zwar nicht dazu, aber sie schlafen ruhig auf dem Sofa, während der iRobot direkt daneben seine Arbeit tut. Wenn er allerdings mal wieder die Fressnäpfe wegschiebt und noch etwas drinnen ist, dann wirken die kleinen etwas geknickt. Einmal hat eine der beiden mit einem beherzten Satz auf den Rücken des Roomba den ON/OFF Taster getroffen und er hat den Essensklau beendet. Man, war die Katze den Tag über stolz auf sich! Bisher hat sich das aber nicht wiederholt – oder sie haben in unserer Abwesenheit den Schalter dann wieder getroffen und er hat sich von Dannen machen können.

„Wie schnell und robust ist der Roomba? …“

… kann er einem 2 jährigen technikbegeisterten Kleinkind entkommen oder den Kontakt zumindest überleben? Meine letzte Investition (eine ferngesteuerte Maus), eigentlich um die Katzen zu motivieren, stellte sich eher als Wunderwaffe der Kinderbeschäftigung heraus. Die Katzen würden auch gerne damit spielen, aber das geht leider nur wenn Liam nicht zuhause ist, weshalb ein Roomba defenitiv „strahlende Kinderaugen“ bewirken würde…

Der Roomba ist schon ein robustes Kerlchen. Er ist mir auch schon mal beim Hochheben aus nicht unerheblicher Höhe wieder zurück auf die Fliesen gefallen. Beide haben überlebt und keine sichtbaren Schäden zurückbehalten. Er bremst ja normalerweise vor Hindernissen, aber schmale Stuhlbeine kann er auch mal übersehen. Dann fährt er eben direkt dagegen und wird durch die Aufprallsensoren zur Richtungsänderung animiert. Auch dies hat er bislang schadlos „hingenommen“. Wenn ich beim Kochen in der Küche stehe und er gerade seine Runden dreht, schupst er mich liebend gerne und ausdauernd an. Wenn es mir zu viel wird, trete ich auch mal zurück. Meist lässt er dann von mir ab (auch wenn das sicherlich nur eingebildet ist). Auch hier keine Schäden.

Ob er nun eurem Kleinen „entkommen“ kann hängt maßgeblich von der Antrittsgeschwindigkeit eures Kindes ab. Einen 100m Weltrekord wird Roomba nicht gewinnen.

„Nutzt sich das Gerät nach einiger Zeit ab?“

Jedes mechanisch bewegte Teil unterliegt der Abnutzung. Natürlich sehe ich nach 5 Monaten Dauereinsatz Spuren von Abnutzung an den Bürsten und der Gummiewalze. Auch die Räder zeigen, dass sie schon einige Kilometer hinter sich haben. Aber selbst der gelbe Rotor, die für das Einsammeln des Schmutzes hin zum Roomba zuständig ist, sieht noch gut erhalten aus. Selbstverständlich wird das Gerät umso länger gut funktionieren, je konsequenter man die kleinen Inspektionen durchführt. Alle 1-2 Wochen werden bei uns Bürsten, Gummiwalzen, Sensoren, Rotor, Laufräder und Schmutzsenoren gereinigt. Alles in allem 20 Minuten Arbeit die sich lohnen.

Darüber hinaus ist iRobot überaus spendabel, was die Ersatzteile angeht. Alle Verschleißteile (Bürsten, Rotor usw.) sind ein zweites Mal im Paket enthalten und können bei Bedarf getauscht werden.

„Wie lange hält der Akku bei Dir?“

Über die Lebenszeit des Akkus kann ich noch nichts sagen. Bisher hat die Laufleistung (ca. 135 Minuten) noch nicht merklich abgenommen. Da das Gerät täglich lädt und bisher keine Tiefentladung erfahren hat, kann ich zumindest für den Normalbetrieb dem Akku ein gutes Zeugnis ausstellen. Wenn man in Urlaub fährt oder den iRobot länger Zeit außer Betrieb nehmen muss, sollte man entweder den Akku entfernen oder den Roomba auf der Ladestation belassen und die Timer deaktivieren. Letzteres haben wir im Urlaub gemacht.

„Findet der Roomba immer wieder zur Station?“

Ein klares „fast immer“. Es kommt ganz vereinzelt vor, dass der Roomba mal nicht nach Hause findet. Alles hängt maßgeblich vom Grundriss der Etage und der Platzierung der Lighthouses (WLAN und Infrarotsender, mit Hilfe derer man die Etage in Zonen einteilt) ab. Wenn man dem Roomba dann natürlich unüberwindliche Hindernisse in den Weg stellt oder die Katzen ihm die Tür vor dem Sensor zudrücken, findet er nicht mehr heim und verhungert dann („Beep, Beep, Beep. Bitte laden Sie den Roomba auf!“ – denn der gute erzählt immer, was er auf dem Herzen hat)

„Würdest Du ihn wieder kaufen?“

Oh, diese komplexe Frage noch zum Abschluss (sorry!) – ein klares „JA!“

 

Das soll es nun erst einmal wieder gewesen sein. Ich bin für weitere Fragen offen 😉

 

Stefan Schaffner

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3 Comments

    • Hallo Anna,
      der Roomba ist ab der ersten Inbetriebnahme nie wirklich „aus“. Man entfernt dabei die Schutzfolie zwischen den Kontakten der Akkus und des Gehäuses. Ab hier sollte der Akku immer geladen bleiben und nie länger als eine Woche in eine Phase der Tiefentladung kommen. Sofern man also für 14 Tage oder länger in Urlaub fahren will, sollte man den Akku ausbauen (einfach zu machen!).

      In der Ladestation schlummert er somit immer im StandBy und wartet auf den nächsten Einsatz.


      Stefan

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